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Apr
13

Hundekrankheiten Lexikon: Endokardiose

Hundekrankheiten Lexikon: 

Endokardiose

Als Endokardiose werden Erkrankungen an den Vorhofklappen des Herzens von Tieren bezeichnet, bei denen durch knotige Veränderungen der Klappensegel die Funktionsfähigkeit der Herzklappe beeinträchtigt wird. Weitere Bezeichnungen sind myxomatöse Degeneration der Atrioventrikularklappen, „chronische Klappenfibrose“ oder „chronisch degenerative Atrioventrikularklappenerkrankung“.

Krankheitsentstehung: Von der Erkrankung können die Mitralklappe und die Trikuspidalklappe betroffen sein. Die Erkrankung betrifft in weitaus häufigstem Maße (60 %) die Mitralklappe. In 30 % der Fälle ist gleichzeitig die Trikuspidalklappe betroffen. Weitaus seltener sind isolierte Schädigungen im Bereich der Trikuspidalklappe (10 %) sowie der Aortenklappe oder der Pulmonalklappe.

Die Ursache für die Ausbildung von Endokardiosen ist noch nicht geklärt. Am verbreitetesten ist derzeit die Annahme, dass eine genetisch beeinflusste Degeneration von kollagenen Bindegewebsstrukturen die Ausbildung von Klappenfibrosen begünstigt. Für diese Annahme spricht, dass Hunderassen mit Neigung zur Ausbildung von Klappenendokardiosen auch andere Merkmale von ungenügender Bindegewebsstabilität (z. B. Bandscheibenvorfall, Trachealkollaps, Kreuzbandriss) neigen.

Neben der Möglichkeit einer fehlerhaften Kollagenbildung (mutationsbedingte) Defekte der im Herzen vorkommenden Kollagentypen I und III wird eine gesteigerte enzymatische Zerstörung von Bindegewebssubstanz als mögliche Ursache angenommen. Daneben scheinen Stress, Bluthochdruck, Hypoxie, bakterielle und virale Infektionen sowie eine Vielzahl endokriner Störungen die Entstehung der Degeneration zu begünstigen.

Einteilung: Es werden drei Stadien der Ausprägung von Endokardiosen unterschieden. Veränderungen vom Typ I sind kleine Areale erhöhter Dichte oder kleiner Knötchen am Rand der Klappe.

Beim Typ II sind die Knötchen etwas größer, zahlreicher und beginnen, sich zu vereinigen.

Typ III imponiert durch Plaque-artige Auflagerungen, große, knotige Veränderungen der Klappenränder und Verdickung des Klappenhalteapparates. Häufig ist neben dem Klappenrand auch seine Basis betroffen, es sind verkalkte Gebiete und punktförmige Einblutungen ins Gewebe erkennbar. Bei Veränderungen vom Typ IV sind die Klappensegel kontrahiert und verdreht, die freien Klappenränder erscheinen aufgerollt. Die Fäden des Klappenhalteapparates sind oft verlängert und führen so zu einem Klappenprolaps oder sind sogar gerissen.

Behandlungsmöglichkeiten: Eine wiederherstellende Therapie ist in der Tiermedizin nicht üblich, da der Einsatz künstlicher Herzklappen nicht etabliert ist. Die Behandlung richtet sich daher vor allem auf die Minderung der durch die Endokardiose hervorgerufenen Störungen in der Herzfunktion und die Vermeidung chronischer Umbauvorgänge am Herzen. Dabei werden vor allem die Vorlast und Nachlast senkende Wirkstoffe wie ACE-Hemmer, Pimobendan und Diuretika eingesetzt. Nach neueren Untersuchungen können Aldosteronantagonisten wie Spironolacton die Fibrotisierungsvorgänge am Herzen und den Blutgefäßen aufhalten und zu einer deutlich gesteigerten Lebenserwartung beitragen

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Hundekrankheiten-Lexikon mit freundlicher Genehmigung der LESIA Tierklinik Düsseldorf

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